Erwachen der Frau

Elvira Malinovskaja Dozentin für Sexualkultur und Gesundheitspraktikerin (BfG) in der DGAM

Yoni, Yoniheilmassage und Schossraum Prozessarbeit

„Yoni“ ist ein Wort aus dem Sanskrit, kann als Schoß, Ursprung oder Quelle übersetzt   werden. Yoni bezeichnet den gesamten weiblichen Genitalbereich, den   äußeren und den Inneren -   von der Vulva, dem sichtbaren Bereich der   Scheide, also den äußeren und den inneren Schamlippen und der Klitoris,    bis hin zur Vagina mit dem Muttermund mit der dahinterliegenden   Gebärmutter.

Die Yoni (Vagina) ist der heiligste Tempel einer Frau.   Das Zentrum der Weiblichkeit und Mütterlichkeit. In der Yoni befindet sich Deine Schatzkiste mit größten Glücksperlen, genauso wie die Spuren  alter Verletzungen.

Diesen Tempel zu betreten bedarf es des richtigen Zeitpunktes   in Deinem Leben. Bedarf es Deiner Neugierde, die größer ist als Deine Ängste. Du wirst von mir in einer Ganzkörpermassage sehr gut   vorbereitet. Und Du bist es die Einlass gewährt, so weit wie Du es in   diesem Moment zulassen kannst. Und dann darf alles sein, Deine Lust und Deine Tränen, laut oder leise,Trauer, Wut, Freude,  Ekstase, Gleichgültigkeit oder Empfinden, dass überhaupt nicht passiert.

Es ist alles erlaubt und alles richtig. Alle Gefühle erzählen eigene Geschichte, die sich in diesem Moment entfaltet.
Und Du darfst tiefe Heilung erfahren.   Dein Wagnis und Dein Mut wird belohnt werden.
Körperliche Verkrampfungen werden losgelassen, Gefühle werden wahrgenommen und es wird Platz für Freude, Lust und Ekstase geben.

Die Reflexzonen der Yoni werden auf eine behutsame  und respektvolle Weise massiert. In der Yonimassage wird die sexuelle  Energie  aktivieren, wie eine Welle gehalten und im ganzen Körper  verteilt. Durch das Atmen kann die Empfangende die Massage unterstützen.  Orgastische Erfahrungen und ekstatische Erlebnisse am ganzen Körper,  weit über die Yoni hinaus können Teil der Yonimassage sein.

       Yoniheilmassage

Ich spreche meist von Yoniheilmassage und das ganz bewusst. Die Yonimassage verbunden mit dem Aspekt der  Heilung,  weil sich alle positiven und  auch die  negativern Erfahrungen der Frau in der Yoni ablagern, wie in einem Gedächtnis des weiblichen Körpers. Das hängt damit zusammen, dass die Yoni eine aufnehmende Natur hat.

Ich finde ganz schön wie das Wort Heilung vom Englisch übersetzt wird
( Healing (literally meaning to make whole ) is the process of the restoration of health from an unbalanced, diseased or damaged organism. The result of healing can be a cure to a health challenge, but one can heal without being cured.)
Heilung (wörtlich: Ganzheitlich machen ) ist der Prozess der Wiederherstellung der Gesundheit von einem unausgeglichenen, erkrankten oder geschädigten Organismus. Das Ergebnis der Heilung kann eine Heilung für eine gesundheitliche Herausforderung sein, aber man kann heilen, ohne geheilt zu werden.

In der Yonimassage werden oft alte Verletzungen berührt   und meist schmerzhaft spürbar gemacht. Wie Narben in der Haut, sind   diese Verletzungen in die Yoni eingraviert. Schmerz löst sich nur, und   das gilt für jeden Schmerz, wenn er durchlebt und aufgelöst wird. Nach   dem Schmerz und den Tränen, manchmal auch Wut und Trauer, ist wieder   mehr Platz für Lust und Lebensfreude. Macnmal ist einfach nichts zu   spüren, dann ist das auch in Ordnung. Noch Tage nach der Massage kann   sich die Wirkung der Massage erst richtig entfalten und zu wesentlichen Veränderungen im Leben führen. 

An der Entstehungsgeschichte der Yonimassage in der   jüngsten Vergangenheit ist im wesentlichen  Annie Sprinkle, einer  Tantrikerin aus Amerika, beteiligt. In Zusammenarbeit mit Dr. Joseph  Kramer, einem Theologen, Psychotherapeuten und Sexualforscher aus  Kalifornien,  der durch die Lehren des Taoismus eine Form  spirituell-erotischer Körperarbeit entwickelte, entstand 1993 die  Yoni-Massage, die Massage des weiblichen Genitalbereiches. Hier in  Deutschland hat Michael Riedl in ihrer Praxis jahrelange über die  Yonimassage geforscht und diese weiterentwickelt. In ihrem Buch „Yoni  Massage. Entdecke die Quellen weiblicher Liebeslust -  sinnlich-energetisch-spirituell“ hat sie ihre Erfahrungen einer breiten  Öffentlichkeit zugänglich gemacht.  

Ist der sexuelle Höhepunkt Ziel der Yonimassage?

Ein Ziel vor Augen zu haben, heißt mit den Gedanken schon immer  einen Schritt dem tatsächlichen Erleben voraus zu sein und verhindert  dich zu spüren Hier und Jetzt. Tantra lehrt den Weg, ganz in der Gegenwart zu leben,   ganz präsent. So ist eine Yoniheilmassage immer absichtslos und ohne ein  Ziel vor Augen, ganz dem Moment geschenkt. So ist auch das, was wir   üblicherweise mit Orgasmus bezeichnen, kein Ziel in der Yoniheilmassage.   Der Orgasmus wie wir ihn üblicherweise kennen, hat im Tantra eine ganz   andere Bedeutung, es ist die Lebensenergie Chi und die Energie der   Kundalini, die aus dem Becken im Rückgrat aufsteigt, gehalten wird, und wir verteilen diese immer wieder im ganzen Körper, so dass immer mehr   Energie dich durchfließt, die dich lebendiger spüren lässt.

Eine Yonimassage kann als eine ganz stille, sehr langsame  Erforschung des Inneren der Vagina, die sehr wenig mit landläufigen Vorstellungen von Sexualität zu tun hat. Die Massage wird auch zur  Orgasmustraining genommen, zur Sexualtherapie ( Traumata wie Missbrauch, Geburten und Unterleibsoperationen, die über ein sexualtherapeutisches Gespräch hinausgeht) bis hin zu spirituellen Erfahrungen.

Intention der Yoniheilmassage und Schoßraumarbeit vaginale Verhärtungen und Verletzungen zu behandeln,  das schmerzende Gewebe zu massieren, Verspannungen zu lösen und wieder angenehme Empfindungen in den taub gewordenen Bereichen hervorzurufen.

Ich möchte Dich einladen Dich als Frau zu erforschen und die Verbindung zu Deiner weiblichen Quelle zu stärken. Sodass Du in deiner ureigenen Kraft natürlich und leicht, leidenschaftlich und herzlich weiter wachsen kannst.

Es ist mir eine große Ehre, dass Du dich mir, und meiner Erfahrung anvertraust.


Genitale Berührung ist dabei keine sexuelle Handlung und keine sexuelle Dienstleistung,
sondern Bestandteil von sexueller Selbsterfahrung und gesundheitspraktischer Sexualpädagogik
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